Erste Grüne Liste in Neunburg

Gruppenfoto der Grünen Kandidat/innen
Die erste eigene Grüne Liste für die Stadtratswahlen in Neunburg v. W.

Die Stadt Neunburg bekommt politisch ein neues Gesicht: Erstmals in der Stadtgeschichte tritt Bündnis 90/Die Grünen mit einer eigenen Liste zur Kommunalwahl an und setzt dabei gleich mehrere Zeichen.

Die Liste ist nicht nur die erste grüne Stadtratsliste überhaupt, sie ist auch weiblich geprägt wie keine zuvor: Mehr Frauen als Männer kandidieren. Ein Novum für die Pfalzgrafenstadt.

Am Freitag, 02.01.26 stellten die Grünen im Hotel-Gasthof Sporrer ihr Team für den Stadtrat auf – engagiert, selbstbewusst und mit dem klaren Anspruch, die Stadtpolitik offener, sozialer und zukunftsfähiger zu machen. Angeführt wird die Liste von Jutta Rösch, die gleich zu Beginn den Ton setzte: „Kommunalpolitik soll unsere Realität widerspiegeln und die ist nun einmal weiblich. Es ist höchste Zeit, dass Frauen nicht nur mitreden, sondern sichtbar gestalten.“

Jugend, Klimaschutz und lokale Wirtschaft im Fokus

Rösch machte deutlich: Diese Liste wolle nicht nur verwalten, sondern gestalten – mit klaren Schwerpunkten auf Natur- und Klimaschutz, Mobilität, sozialer Teilhabe und Gleichstellung.

Auf Platz zwei folgt der Softwareentwickler Raphael Geissler, der in seinem Statement betonte, dass er mit frischen Ideen und einem neuen Politikstil in den Stadtrat einziehen wolle. „Ich setze mich für eine Stadt ein, in der Kinder sicher unterwegs sein können, die Altstadt durch bezahlbaren Wohnraum neues Leben gewinnt und wir unsere Energie sauber und regional erzeugen. Wenn wir Natur, Verkehr Wohnen und Energie zusammen denken, schaffen wir gemeinsam beste Chancen für Neunburg und die lokalen Betriebe.“

Bülent Birol formulierte es pointiert: „Mir ist wichtig, dass Politik wieder direkt bei den Menschen ankommt. Viele haben ein völlig verzerrtes Bild von grüner Politik – ich möchte zeigen, dass wir konstruktiv und lösungsorientiert sind.“

Beteiligung und Barrierefreiheit

Anton Christ will neue Angebote für eine lebenswerte Stadt schaffen: „Wir brauchen sichere Fuß- und Radwege, mehr Stadtbegrünung und neue Treffpunkte für die Jugend. Mit der Verknüpfung bestehender Wege zu einem Rundweg um die Altstadt können wir den Alltag einfacher machen.“ Der Schreinermeister und Inhaber des Stodlwerks, der auch gehörlos ist, will sich für echte Barrierefreiheit in allen Bereichen einsetzen.

Jonas Rösch stellte den demokratischen Anspruch der Liste in den Mittelpunkt: „Ich finde, es ist unsere Kernaufgabe: Wer in Neunburg lebt, soll sich beteiligen können, unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Bildungsweg.“ Ein zentrales Projekt der Liste ist deshalb die Einführung eines Jugendparlaments, um jungen Menschen zwischen 12 und 17 Jahren erstmals eine feste Stimme in der Stadtpolitik zu geben.

Politik im Dialog mit der Bevölkerung

Die Grünen setzen auf Transparenz, Teilhabe und eine neue politische Kultur. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern soll gestärkt werden – offen, nachvollziehbar und auf Augenhöhe. „Wir wollen uns intensiv mit der Bevölkerung austauschen – und uns mit guten Ideen für eine bessere Zukunft für alle einsetzen.“

OV-Gründung mit Landesvorsitzender Eva Lettenbauer

Am 30. Januar folgt der nächste Schritt: Dann wird in Neunburg der erste Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen gegründet – ein weiterer Meilenstein für die politische Landschaft der Stadt. Auch die Landesvorsitzende der bayerischen Grünen Eva Lettenbauer wird zur Gründungsversammlung in Neunburg erwartet.

Neunburg steht nun vor einer spannenden Kommunalwahl:
Mit ihrer neuen Liste mischen die Grünen die Kommunalpolitik kräftig auf.

Das sind die Stadtratskandidaten der Grünen:

Platz 1: Jutta Rösch, Krankenschwester;
Platz 2: Raphael Geissler, Geschäftsführer;
Platz 3: Susanne Berthold, Landwirtschaftlich Technische Assistentin (LTA) in Rente;
Platz 4: Bülent Birol, Hochzeitsfotograf;
Platz 5: Katja Hartl, Heilerziehungspflegerin;
Platz 6: Anton Christ, Schreinermeister;
Platz 7: Karoline Thomas-Dreher, Physiotherapeutin;
Platz 8: Jonas Rösch, Student;
Platz 9: Anneliese Geissler, Rentnerin;
Platz 10: Christian Berthold, IT-Berater in Rente;
Platz 11: Lena Christ, Architektin