Antrag der Grünen im Stadtrat Schwandorf: Schwandorf aufs Rad bringen – Für sichere Wege und eine klimafreundliche Mobilität

Sichere Radwege zu den Schulen
Vernetzung Radverkehr und ÖPNV verbessern
Radverkehrsnetz für Alltags-Radler attraktiv und sicher gestalten
Grundlagen für Verkehrs- und Klimawende auch in Schwandorf schaffen


Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen beantragt die Erstellung eines Radverkehrskonzepts für die Stadt Schwandorf incl. der zugehörigen umliegenden Ortsteile. Ziel des Radverkehrskonzepts ist die Ermittlung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit der Radwege zu Schulen, Sportstätten und Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche, sowie zur Förderung des Radverkehrs für Berufstätige und den Alltagsverkehr sowohl in der Stadt als auch zwischen der Stadt und den zugehörigen umliegenden Ortsteilen.


Begründung:

1. Unsichere Radwege für Kinder und Jugendliche
In Schwandorf müssen Kinder und Jugendliche von ihren Eltern mehrmals täglich zu Schulen, Sportstätten oder Freizeiteinrichtungen gefahren werden, weil die Wege dorthin nicht sicher per Fahrrad zurückgelegt werden können. Im Rahmen eines Radverkehrskonzepts sollen Maßnahmen ermittelt werden, mit deren Umsetzung ein sicherer Radverkehr für Kinder und Jugendliche zu den genannten Orten ermöglicht wird.

    2. Pendlerparkplätze für Radfahrer nicht nutzbar An- und Abfahrt zu den stark frequentierten Pendlerparkplätzen erfolgen in der Stadt Schwandorf fast ausschließlich per PKW – obwohl dies für die jeweils zusteigenden Personen nicht erforderlich ist. An den Pendler-Parkplätzen sollen sichere Abstellanlagen auch für hochwertige Fahrräder eingerichtet werden, um den Anreiz für Zusteigende zur Anfahrt zu den Pendlerparkplätzen mit Rad zu steigern. Im Rahmen des Radverkehrskonzepts sollen die entsprechenden Pendler-Parkplätze ermittelt und die Zuwegung dorthin geprüft und ggf. für den Radverkehr optimiert werden.

    3. Bahnhof ist als Zwischenstation für Radfahrer nur eingeschränkt geeignet und erreichbar
    Für Jugendliche und Berufstätige ist der Bahnhof Zwischenstation auf dem Weg zu weiterführenden Schulen oder Arbeitsstätten. Die Fahrrad-Abstellanlagen sind weder hinsichtlich der Quantität noch der Sicherheit für das Abstellen auch hochwertiger Fahrräder optimal, die Akzeptanz ist daher gering.

    Im Rahmen des Radverkehrskonzeptes sollen Maßnahmen entwickelt werden,
    a. um die Abstellsituation am Bahnhof so zu optimieren, dass auch hochwertige Fahrräder diebstahl-
    vandalismussicher abgestellt werden können.
    b. um die Zuwegung für Radfahrer zum Bahnhof auch von außenliegenden Stadteilen sicher und
    attraktiv zu gestalten

    4. Vernetzung von ÖPNV und Radverkehr für die außenliegenden Ortsteile
    Busverbindungen zu den zu Schwandorf gehörenden außenliegenden Ortsteilen wie Bubach, Waltenhof, Wiefelsdorf, Haslbach etc. sind zum Teil wenig alltagstauglich, auch sind die Strecken von den Ortsteilen in die Stadt auf von PKW schnell befahrenen Landstraßen hinsichtlich der Sicherheit ungünstig und die Abstellmöglichkeiten am Bahnhof nicht optimal (siehe Pkt. 3). Hauptachsen wie die Strecke über Klardorf nach Teublitz, nach Wackersdorf und weitere werden aber in ausreichendem Maß durch den ÖPNV bedient. An den Haltestellen dieser Strecken sind jedoch keine sicheren Abstellmöglichkeiten für Radfahrer vorhanden, um ein Anfahren dieser Strecken von den außenliegenden Ortsteilen und die Weiterfahrt mittels des vorhandenen ÖPNVs attraktiv zu gestalten. Die Ermittlung zentraler Bushaltestellen an den Hauptachsen und die Schaffung von sicheren Abstellplätzen für Fahrräder an diesen Haltestellen ist Bestandteil des Radverkehrskonzepts, um die Attraktivität einer Anfahrt per Fahrrad von den außenliegenden Ortsteilen wie Bubach, Waltenhof, Wiefelsdorf zu zentralen Bushaltestellen an den Hauptachsen zu steigern.

    5. Anbindung von großen Arbeitgebern an Radverkehrsnetz und ÖPNV optimieren
    In Schwandorf existieren große Arbeitgeber mit zusammen mehreren tausend Mitarbeitern. (Horsch, Benteler, Nabaltec, Wolf…..).Diese sind zum Teil nur mittels Individualverkehr zu erreichen. Im Rahmen des Radverkehrskonzepts ist die Situation zu prüfen und Maßnahmen für eine verbesserte Anbindung auch über ein geeignetes Radwegenetz zu ermitteln.

    Kosten:
    für die Erstellung eines Radverkehrskonzeptes für die Stadt Schwandorf ist in erster Schätzung mit 50.000 Euro zu rechnen. Für die in Rahmen des Radverkehrskonzepts ermittelten Maßnahmen sind jährlich Mittel in die zukünftigen Haushaltspläne einzustellen.

    Aussichten:
    Die Umsetzung der im Radverkehrskonzept ermittelten Maßnahmen werden führen zu
    – Höhere Lebensqualität durch reduzierten Autoverkehr wegen Umstieg auf Rad und ÖPNV
    – Steigerung der Attraktivität der Stadt für Zuzügler durch gute und ökologische Verkehrswege – ein zweites Fahrzeug in den Familien wird überflüssig
    – Im Bereich der Stadt wird der Treibstoffverbrauch wesentlich reduziert und damit ein wichtiger Beitrag zur Verkehrs- und Klimawende erreicht.

    Artikel kommentieren

    Artikel kommentieren